Fernsehen 2.0 – Die praktische Anwendung der Idee des Internet-Fernsehens

 

 „Das Fernsehen ist tot, es lebe das Fernsehen!“ So oder so ähnlich kann man den Wandel beschreiben, den das Medium Fernsehen in den vergangenen Jahren durchlaufen hat und den es auch in den kommenden Jahren weiter fortschreiten wird. War der Wechsel vom Schwarz-Weiß-TV zu Farbe 1967 (in Deutschland) noch ein überschaubarer Sprung, so ändert sich das Medium Fernsehen in den heutigen Tagen nahezu fortlaufend. Und keiner kann heute wirklich vorhersagen, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen wird.

 

Mit dieser aktuellen Thematik beschäftigen sich drei Studierenden der Angewandten Medienwissenschaft an der TU Ilmenau in ihrem Medienprojekt. Die Konvergenz der beiden Medien Fernsehen und Internet stellt dabei die grundlegende Hintergrund-Idee der Projektarbeit dar. Als Intention dient das Verlangen nach praktischem Umgang mit dieser Thematik und dem angewandten Test, inwiefern sich ein für das Fernsehen gedachter Content im Internet verwerten lässt.

 

Die Zukunft des Fernsehens

 

Da das Internet auf dem besten Wege ist, das Fernsehen als Medium Nummer Eins bei den Rezipienten abzulösen, ist es nur logisch, dass das Fernsehen seinen Weg in das weltweite Netz anstrebt und nach neuen Möglichkeiten der Positionierung in einer digitalen Zukunft sucht. DVB, IPTV oder Video-on-Demand lauten die Stichworte, die den Zuschauern ein neues Fernseherlebnis liefern sollen.

 

Sie alle beruhen auf der digitalen Technik und versprechen höhere technische Qualität und ein gesteigertes Maß an Interaktivität, als es das bisherige Fernsehen leisten konnte. Allerdings bedürfen die genannten Verfahren alle der Anschaffung spezieller Technik, um deren Inhalte konsumieren zu können. Seien es große Festplatten, Decoder oder neue digitale Fernsehgeräte.

 

Browser- vs. Applikationsbasiertes Web-TV

 

Eine andere Form, Fernsehformate auf digitalem Weg zu konsumieren, ohne zuvor große neue Technik anzuschaffen, bietet daher das browserbasierte Web-TV. Anders als beim applikationsbasierten Web-TV (bspw. Joost, Zattoo), muss der Rezipient hier nicht zuvor ein spezielles Programm aus dem Netz herunterladen und auf der Festplatte installieren. Browserbasiertes Web-TV lässt sich ganz einfach und unkompliziert für den Nutzer über jeden herkömmlichen Internet-Browser konsumieren.

 

Da die Veröffentlichung von Informationen im Internet grundsätzlich jedem möglich ist, bietet sich über das Web-TV eine unvergleichbare Partizipationsmöglichkeit am Internet und dem Medium Fernsehen bzw. Web-TV. Anders als beim herkömmlichen Fernsehen, wo zuvor Sendelizenzen und Frequenzen erworben werden müssen, kann prinzipiell jeder mit Zugang zu Kamera und Internet Videosequenzen erstellen und seine Aufnahmen anschließend im Internet verbreiten.

 

Die Möglichkeit Fernsehen selbst zu machen

 

Zum einen bietet sich damit die Möglichkeit, selbst zum aktiven Medienmacher zu werden. Zum anderen erreichen die publizierten Inhalte eine vielfach größere Öffentlichkeit, als es über traditionelles Fernsehen möglich wäre – und das weltweit!

 

Diese Gedanken greift das Medienprojekt „Street Lights TV“ auf. Angedacht ist dabei, eine Art Fernseh-Format zu entwickeln, dass statt der Ausstrahlung über TV den Kanal Internet bedient. Eine periodisch erscheinende Doku-/Reportage-Serie, welche in Form eines Video-Blogs (Vlog) im Internet publiziert wird und sich dabei die Vorzüge der „Web 2.0“-Welt zu Gute macht, um den Rezipienten eine Form von Rückkanal und Interaktivität und damit auch Partizipation zu ermöglichen.

 

Das Medienprojekt soll damit den Produzenten erste Erfahrungen im Umgang mit einem neuen Fernsehen, dem so genannten Web-TV, ermöglichen und gleichzeitig ausloten, inwieweit sich ein TV-Content im Internet verwerten lässt.


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