{"id":169,"date":"2008-07-05T03:23:52","date_gmt":"2008-07-05T01:23:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.streetlightstv.de\/blog\/die-texte\/folge-frankfurt-am-main\/"},"modified":"2008-07-05T03:29:34","modified_gmt":"2008-07-05T01:29:34","slug":"folge-frankfurt-am","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.streetlightstv.de\/blog\/die-texte\/folge-frankfurt-am\/","title":{"rendered":"&#8211; Folge: Frankfurt a.M."},"content":{"rendered":"<p><strong>Stra&#223;enmusiker in Frankfurt a.M. \u2013 \u201eWir sind die Stra&#223;e!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Folge Frankfurt ist w&#228;hrend unseres Drehblocks im Dezember  2007 im Rhein-Main-Raum entstanden. Da Mario und Imke bei Imke`s Eltern im Taunus und ich bei meinem Bruder in Mainz &#252;bernachtet haben, trafen wir uns im Tagesanbruch in Wiesbaden um gemeinsam mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren.<\/p>\n<p>Stra&#223;enmusiker, das war von Anfang an das erkl&#228;rte Thema, dem wir uns in Frankfurt widmen wollten. Zwar war zu Beginn auch ein traurigeres Thema wie etwa Obdachlosigkeit im Gespr&#228;ch. Da wir uns allerdings bereits in Wiesbaden mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, entschieden wir uns relativ schnell dazu, uns den Stra&#223;enmusikern zuzuwenden.<\/p>\n<p><strong>Spontaneit&#228;t gefordert!<\/strong><\/p>\n<p>Frankfurt war insofern eine Herausforderung, da wir im Gegensatz zu den vorangegangenen Produktionen in Erfurt, Mainz und Wiesbaden  keine  festen Termine vereinbart hatten. Stattdessen zogen wir durch die Stadt und sprachen wildfremde Menschen an, die auf der Stra&#223;e musizierten. Nichtsdestotrotz waren wir nat&#252;rlich auch diesmal vorbereitet und hatten uns einen Leitfaden f&#252;r die Interviews zurechtgelegt, schlie&#223;lich k&#246;nnen wir nicht ganz ohne Vorbereitung in eine solche Produktion gehen!<\/p>\n<p>Unser Frankfurt-Ausflug begann dann erstmal mit stundenlangen Aufnahmen des Stadtbildes. Bankentower von unten, Skyline vom Flussufer, Ochsen vor der B&#246;rse und so weiter und so fort. Gegen Mittag haben wir dann auf der Zeil, der gro&#223;en Frankfurter Einkaufsmeile, angefangen uns dem eigentlichen gewidmet: Den Stra&#223;enmusikern!<\/p>\n<p><strong>Die ersten Interviews<\/strong><\/p>\n<p>Gleich zu Beginn haben wir Marcel aus Rum&#228;nien getroffen. Nachdem wir ihn angesprochen hatten mussten wir feststellen, dass Marcel kein deutsch sprach. Also wurde improvisiert und ein kurzes Interview auf Englisch durchgef&#252;hrt. Marcel erz&#228;hlte uns, dass er von Rum&#228;nien nach Deutschland kam, um auf der Stra&#223;e Geld durch Musizieren zu bekommen. Auf die Frage, ob es genug Geld sei, dass er dabei verdiene meinte er, dass er genug f&#252;r Rum&#228;nien aber gleichzeitig viel zu wenig f&#252;r das Leben in Deutschland sei.<\/p>\n<p>Nach Marcel trafen wir dann Alesia \u201eaus Wei&#223;russland, aus Minsk\u201c. Alesia war eine eher zur&#252;ckhaltende Person, die allerdings im Interview nach und nach immer weiter auftaute. Auch ihre Geschichte war gepr&#228;gt von einer traurigen Geschichte in einem Osteurop&#228;ischen Land. Alesia tr&#228;umt von einem Studium und kam nach Deutschland, um sich hier durch das Akkordeon-Spielen auf der Stra&#223;e Geld daf&#252;r zu verdienen. <\/p>\n<p><strong>Kurt Cobain<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen den Interviews zogen wir umher und filmten noch etliche weitere Stra&#223;enmusiker beim Spielen. Auf Interviewanfragen angesprochen winkten viele jedoch ab oder vetr&#246;steten auf sp&#228;ter. Ein ganz spezieller Fall war ein junger Mann, der uns an Cobain von Nirvana erinnerte und im Folgenden auch Kurt genannt wird. Kurt packte gerade seine Gitarre aus, als wir ihn vor einem gro&#223;en Bekleidungshaus ansprachen. Er war sofort begeistert und gerne bereit ein Interview zu geben. Zwischen den Interviews spielte und sang er diverse Songs, die einen sehr starken Grunge-Touch aufwiesen und den Vergleich mit Nirvana weiter provozierte.<\/p>\n<p>Was Kurt ins in dem doch recht langen Gespr&#228;ch zu erz&#228;hlen hatte war wirklich &#228;u&#223;erst interessant und wir waren &#252;berzeugt davon, sehr gutes Material f&#252;r unsere Folge &#252;ber Stra&#223;enmusiker zu erhalten. Nachdem das Interview durchgef&#252;hrt und etliche Songs gleich mit aufgezeichnet wurde, stand dann die obligatorische Rechtevereinbarung an. Wir haben ein 16-seitiges Dokument angefertigt, welches jeder unterzeichnen muss, von dem wir irgendwelche Filmaufnahmen machen. In erster Linie geht es dabei um die Bildrechte (\u201eRecht am eigenen Bild\u201c), die uns damit im Rahmen von StreetLightsTV &#252;bertragen werden.<\/p>\n<p><strong>Ein Ende mit Schrecken<\/strong><\/p>\n<p>Na ja, Kurt f&#252;llte sch&#246;n und brav alles aus bis es dann im allerletzten Schritt um seine Unterschrift ging. An dieser, der wichtigsten, Stelle brach er jedoch auf einmal ab und erz&#228;hlte uns, dass er das Dokument gar nicht unterschreiben d&#252;rfe. Wie sich herausstellte war Kurt in station&#228;rer Betreuung, dabei auf einen Vormund angewiesen und aus diesem Grund leider nicht in der Lage eine g&#252;ltige Willenserkl&#228;rung abzugeben. Zwar wurde vereinbart, Kontakt mit diesem Vormund aufzunehmen, um von diesem die Rechteeinwilligung zu erhalten, fehlerhafte Kontaktdaten machten dies letztlich jedoch unm&#246;glich.<\/p>\n<p>Etwas entt&#228;uscht zogen wir nach diesem Erlebnis weiter durch die Frankfurter Fu&#223;g&#228;ngerzone. Pl&#246;tzlich erregten zwei Stra&#223;enmusiker unsere Aufmerksamkeit, die durch ihr sch&#246;nes Harfenspiel auffielen. Die beiden S&#252;damerikaner Alfredo (Chile) und Diego (Argentinien) stellten sich als &#228;u&#223;erst aufgeschlossene Zeitgenossen heraus, die um keinen Schabernack verlegen waren. Sie erz&#228;hlten uns davon, wie sie wegen den Bildungsm&#246;glichkeiten nach Deutschland kamen und dass sie ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienten. Die Stra&#223;e war dabei zwar nur einer von mehreren, aber ein sehr wichtiger Platz f&#252;r ihr Musizieren. Das Interview wurde immer wieder unterbrochen von Witzen und Scherzen der beiden S&#252;damerikaner, die nicht nur uns k&#246;stlich unterhielten, sondern auch weitere Zuschauer anlockten.<\/p>\n<p><strong>Stadtbilder<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Ende dieses Gespr&#228;ches beendeten wir dann unsere Interviewarbeit und widmeten uns abermals dem Frankfurter Stadtbild. Dank eines Juweliers <a href=\" http:\/\/www.streetlightstv.de\/blog\/stadtbild-frankfurt-dank-juwelier-dreh-am-roemer\/\">bekamen wir die M&#246;glichkeit Aufnahmen<\/a> von dem vom Weihnachtsmarkt blockierten R&#246;mer zu machen. Stunden sp&#228;ter <a href=\" http:\/\/www.streetlightstv.de\/blog\/frankfurt-dreh-auf-luxus-hotel-fuehrt-zu-einmaligen-skyline-bildern\/\">erm&#246;glichte die freundliche Unterst&#252;tzung<\/a> des <a href=\" http:\/\/www.lindner.de\/de\/MP\">Luxushotels Main Plaza<\/a> uns Skyline-Aufnahmen vom Dach des 23-geschossigen Geb&#228;udes. Damit endete ein langer, harter und sehr interessanter Arbeitstag in Frankfurt am Main, der Stadt der Banken und Stra&#223;enmusiker.<\/p>\n<p>Die <a href=\" http:\/\/www.streetlightstv.de\/tv\/folge-2-frankfurt-am-strassenmusik\/\">Folge 2 &#252;ber Stra&#223;enmusiker in Frankfurt<\/a> ist seit dem 16. Mai 2008 auf StreetLightsTV zu sehen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stra&#223;enmusiker in Frankfurt a.M. \u2013 \u201eWir sind die Stra&#223;e!\u201c Die Folge Frankfurt ist w&#228;hrend unseres Drehblocks im Dezember 2007 im Rhein-Main-Raum entstanden. 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